FAQ zum Online-Elterncoaching

FAQ

Was ist der Sinn eines Elterncoachings?

Im Elterncoaching geht es darum, Euch als Eltern durch Streit oder Herausforderungen innerhalb der Familie zu hel­fen. Ich räume Eure Probleme zwar nicht aus dem Weg, aber ich helfe Euch, sie zu bewäl­ti­gen und daran gemein­sam zu wach­sen. Ihr wer­det fest­ge­fah­rene Muster erken­nen, sie durch­bre­chen und posi­tive Erfahrungen mit neuen Formen der Interaktion machen.

Ich kann mir schwer vorstellen, ein solches Coaching online wahrzunehmen. Fehlt da nicht der persönliche kontakt?

Um ehrlich zu sein: Ich hätte mir das früher auch nicht vorstellen können. Bis März 2020 habe ich in Praxisräumen in Frankfurt gearbeitet und dann, ausgelöst durch die Corona-Krise, auf Online-Coachings umgestellt. Zu meiner eigenen Verwunderung hat sich gezeigt, dass die „virtuellen“ Sitzungen den Sitzungen vor Ort in nichts nachstehen und dass es viele Eltern es zu schätzen wissen, aus dem Komfort und der Sicherheit der eigenen vier Wänder heraus an ihren Themen arbeiten zu können. Ganz ohne Ärger über die ausgefallene S-Bahn, den verspäteten Babysitter oder die erfolglose Parkplatzsuche. Am besten buchst Du einfach ein kostenfreies Erstgespräch und überzeugst Dich selbst, wie schnell Du während der Session „vergisst“, dass es sich um eine „virtuelle“ Begegnung handelt. 

Was bedeutet „nach dem Therapieansatz von Jesper Juul“?

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul (*1948, †2019) ist Dir ver­mut­lich schon ein­mal als Autor diver­ser Erziehungsratgeber begeg­net. Er hat sich dafür stark gemacht, Kinder nicht län­ger als Objekt irgend­wel­cher Erziehungsansätze zu machen, egal ob traditionell-autoritärer oder progressiv-antiautoritärer Art, son­dern mit ihnen in eine „gleich­wür­dige“ Beziehung zu tre­ten.

Juul ver­trat die Grundannahme, dass Kinder immer koope­rie­ren. Das heißt, Kinder reagie­ren in ihrem Verhalten pas­send auf die aus­ge­spro­che­nen und unaus­ge­spro­che­nen Erfordernisse des Familiensystems. Oft geschieht diese Kooperation auf eine Art und Weise, die sich den Erwachsenen nicht unmit­tel­bar erschließt. Manchmal wird sie durch die Eltern sogar als Provokation miss­ver­stan­den. Für die Kinder aber besteht vor allem die Gefahr, dass sie über die Maßen und auf Kosten ihrer eige­nen Integrität koope­rie­ren. Die Verantwortung der Erwachsenen besteht darin, für eine gedeih­li­che Atmosphäre zu sor­gen. Sie begeg­nen im bes­ten Fall den Kindern lie­be­voll, respekt­voll und zugleich authen­tisch.

Wie Ihr als Eltern mit­ein­an­der und mit Euren Kindern umgeht, hängt wiederum ganz wesent­lich mit den Bindungs- und Beziehungserfahrungen zusam­men, die Ihr selbst in Eurer eige­nen Kindheit gemacht habt. Durch die Dynamik in Euren jewei­li­gen Ursprungsfamilien habt Ihr indi­vi­du­elle Überlebensmechanismen und Schmerzpunkte her­aus­ge­bil­det. Diese wer­den unter­schwel­lig wirk­sam, wenn es zu Konflikten kommt. Die Reflexion die­ser Muster ist ein wesent­li­cher Schritt zu einem bewuss­te­ren und lie­be­vol­le­ren Umgang mit­ein­an­der. Aber keine Angst: Du brauchst nicht Deine komplette Kindheit aufzuarbeiten, um hier und jetzt ein erfüllteres Familienleben zu führen.

Der Therapieansatz von Jesper Juul inte­griert psy­cho­dy­na­mi­sche, sys­te­mi­sche, gestalt­the­ra­peu­ti­sche, huma­nis­ti­sche und exis­ten­zia­lis­ti­sche Elemente. Der Fokus liegt dabei nicht auf Inhalten und Techniken, son­dern auf dem Prozess, dem Beziehungsgeschehen und der unver­stell­ten Begegnung von Mensch zu Mensch. Genaugenommen handelt es sich gar nicht um einen klar umrissenen Therapieansatz, sondern vor allem um eine grundlegende Haltung und grundlegende Werte, die ich teile.

Sind auch Einzelcoachings möglich?

Ja. Es kann Fälle geben, wo es sich anbietet nur mit einem Elternteil zu arbeiten.

Werden die Kosten für ein Elterncoaching von der Krankenkasse übernommen?

Da es im Elterncoaching nicht um die Diagnose oder Behandlung psy­chi­scher Krankheiten geht, son­dern um Euer Beziehungsgeschehen, han­delt es sich um eine Privatleistung, die nicht von den gesetz­li­chen oder pri­va­ten Krankenkassen über­nom­men wird. Das ist bedau­er­lich, denn eine bes­sere Familienatmosphäre wirkt sich in vie­len Fällen posi­tiv auf die Gesundheit der Familienmitglieder aus.

Kann ich auch einen Termin am Abend oder am Wochenende bekommen?

Ja. 

Werden die Inhalte des Elterncoachings vertraulich behandelt?

Ja.

Wer sollte am Elterncoaching teilnehmen?

Wenn irgendmöglich, wäre es wichtig, dass beide Elternteile am Elterncoaching teilnehmen. Dazu ist es übrigens nicht einmal erforderlich, dass Ihr Euch am selben Ort befindet. Es kann also beispielsweise auch ein Elternteil von der Geschäftsreise zugeschaltet werden. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, dass auch größere Kinder am Coaching teilnehmen oder auch weitere Personen, die involviert sind. 

Wir sind keine Familie/keine Eltern im klassischen Sinne. Für wen werden die Elterncoachings angeboten?

Bei mir sind Alleinerziehende, Pflege- und Adoptivfamilien, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien und alle ande­ren Lebensgemeinschaften will­kom­men. Auch, wenn Ihr über­haupt keine Familie, son­dern eine Wohngemeinschaft, ein Team oder eine andere Gemeinschaft seid, kön­nt Ihr vom fami­li­en­the­ra­peu­ti­schen Setting und mei­ner fami­li­en­the­ra­peu­ti­schen Perspektive pro­fi­tie­ren. 

Wie muss ich mir den Ablauf eines Elterncoaching-Sitzung vorstellen?

Zunächst ein­mal wer­den wir gemein­sam klä­ren, um wel­ches Thema es gehen soll und wel­che Sicht Ihr auf die­ses Thema habt. Ich mache mir ein Bild davon, wie Ihr mit­ein­an­der inter­agiert, wel­che Rollen Ihr ein­nehmt, wel­che Dynamiken und Muster zutage tre­ten. Dabei stelle ich gezielte Fragen und gebe Euch Rückmeldung über meine Wahrnehmung. In einem siche­ren Rahmen könnt Ihr im Elterncoaching die Bedürfnisse und Wünsche her­aus­ar­bei­ten, die unter den Konflikten in Eurer Familie lie­gen. Gemeinsam fin­den wir her­aus, wel­che alter­na­ti­ven Möglichkeiten Ihr habt, mit­ein­an­der in Beziehung zu tre­ten. Der Fokus liegt auf dem Prozess, nicht auf dem Inhalt der Gespräche. Mit ande­ren Worten: Es geht nicht darum, dass Ihr ein Bündel an Erziehungstipps erhaltet, sondern dass ich Euch durch einen Veränderungsprozess begleite. 

Eigentlich hat nur unser Kind Probleme – warum sollten wir uns coachen lassen?

Wenn Du Dich nicht als Teil des Problems siehst, musst Du ja trotzdem damit klar kommen und möchtest Du vielleicht sogar ein Teil der Lösung sein 🙂 In Eurem Familiengefüge hängt nun einmal alles mit allem zusammen. Wie bei einem Mobile können die eingelnen Familienmitglieder nur gemein­sam ihr Gleichgewicht und ihre Stabilität fin­den. 

Wie lange dauert eine Sitzung?

Eine ein­zelne Elterncoaching-Sitzung dau­ert bei mir 90 Minuten. Dieser zeit­li­che Rahmen hat sich sehr gut bewährt.

In welchem Intervall sollten die Sitzungen stattfinden?

Als Intervall haben sich 14-tägige Abstände bewährt, aber das gestal­ten wir fle­xi­bel und ganz nach Euren Bedürfnissen.

Wie bringe ich meine*n Partner*in dazu, am Elterncoaching teilzunehmen?

Die Gründe, warum Elternteile nicht teil­neh­men möchte, kön­nen viel­fäl­tig sein. Ich kann Euch auf jeden Fall zusi­chern, dass in mei­nen Sitzungen nie­mand gezwun­gen ist, über Dinge zu spre­chen, über die er*sie nicht spre­chen möchte. Es geht auch nicht darum, her­aus­zu­fin­den, wer etwas rich­tig oder falsch gemacht hat. Es geht ein­zig und allein darum, her­aus­zu­fin­den, wie Ihr in einen kon­struk­ti­ve­ren Austausch tre­ten und zu einem glück­li­che­ren Miteinander fin­den könnt. Sage ihm*ihr, dass ich für die­sen Prozess gerne die Perspektive und den Input aller Beteiligten hören würde.

Kann das Elterncoaching auch in englischer Sprache stattfinden?

Ja.

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