Wie finden Feuerwehrleute den Rückweg, wenn sie in einem stark verrauchten Raum die Hand vor Augen nicht sehen? Sie orientierten sich an den ausgelegten Schläuchen oder an der mitgeführten Feuerwehrleine. So wie – in der griechischen Mythologie – Theseus auf dem den Rückweg aus dem Labyrinth des Minotauros 👩‍🚒

Was das mit Familienleben zu tun hat? Wenn in der Familie der Haussegen schief hängt und die Stimmung im Keller ist, dann ist es leicht, die Orientierung zu verlieren. Um sich einen Weg aus dem Schlamassel zu bahnen, hilft es, sich zu fragen, wie man überhaupt dort hineingekommen ist.

In den meisten Fällen ist der Weg zur persönlichen, alltäglichen Familienhölle mit guten Vorsätzen gepflastert. Und mit besten Absichten. Vielleicht hast Du einen der folgenden Ratschläge beherzigt …

20 Methoden mit Erfolgsgarantie 😉

1. Gib immer Dein Bestes!

Überlasse es anderen, gut genug zu sein, und greife täglich nach den Sternen. Perfektion ist sehr wohl möglich, wenn Du es nur willst und Dich einfach immer noch ein bisschen mehr anstrengst.

2. Stelle hohe Ansprüche!

Treibe auch die anderen tagtäglich zu Höchstleistungen an. Sei unerbittlich, denn nur, wenn Du Deinen Lieben immer wieder sagst, was mit ihnen nicht stimmt, werden sie auch an sich arbeiten. Denk daran: Du willst für alle nur ihr Bestes. Und dafür muss man schon mal bereit sein, den Finger in die Wunden zu legen. Was kannst Du besseres für Deine*n Partner*in tun, als durch Fördern und vor allem Fordern dafür zu sorgen, dass er*sie, seine*ihre Marotten endlich ablegt. Was können Deine Kinder mehr von Dir wollen, als dass Du sie auf das reale Leben vorbereitest? Und das ist bekanntlich kein Ponyhof. „Bullerbü-Bauern können die Menschen nicht ernähren!“, sagt Julia Klöckner. Genau! Und Kuschelkurs-Eltern können die nächste Generation nicht für den globalen Wettbewerb fit machen.

3. Opfere Dich auf!

Glaube mir: Irgendwann werden alle einsichtig und Dir gegenüber unglaublich dankbar sein! Kümmere Dich erst um alle anderen und dann um Dich selbst, denn wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden! Eine liebevolle Familie kennt kein Nein. Für Deine Liebsten machst Du alles möglich, auch wenn es Dich den Verstand kostet. Sei Dir Deiner Verantwortung bewusst: Du bist für das Wohlergehen der anderen Familienmitglieder verantwortlich, so wie sie für Dein Glück oder Unglück verantwortlich sind. Das ist das Wesen von Familie. 

4. Teile Dein Wissen!

Analysiere das Verhalten der anderen und erkläre ihnen, warum sie so sind, wie sie sind. Du bist der*die Einzige, der*die dazu in der Lage ist. Du bist es Deinen Liebsten einfach schuldig, Deine Erkenntnisse mit ihnen zu teilen! Oder glaubst Du wirklich, dass sie von selbst zur Einsicht kommen? Vertraue auf Dein psychotherapeutisches Bauchgefühl. Du hast es nicht so mit Psychoanalyse? Kein Problem, dann zieh einfach den Joker, der in Partnerschaften immer funktioniert. Sag ihm*ihr: „Du bist wie Deine Mutter!“

5. Mach es spannend!

Verrate den anderen nie konkret, was Du eigentlich willst. Das würde alle nur unnötig belasten und ihnen den Spaß am Rätselraten nehmen. Die Menschen an Deiner Seite möchten Dir ihre Liebe beweisen, indem sie Dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Außerdem ist es unhöflich, ständig „Ich will!“ zu sagen. Wenn Du es doch einmal tust, dann werde bitte nicht zu konkret, um den Spielraum der anderen nicht unnötig einzuengen. Sage Dinge wie: „Ich möchte einfach nur einmal einen ganz normalen Sonntag als Familie verbringen!“ oder „Ich möchte einfach nur in Frieden leben können!“ Wenn Du möchtest, dass La Famiglia ihre Schuhe draußen auszieht, dann begründe dass bitte nicht mit Deinem eigenen Wunsch nach Ordnung und Sauberkeit. Das wäre egoistisch. Bleib immer schön sachlich, allgemein und objektiv: „Wir wollen doch alle, dass es hier ordentlich aussieht! Wir sind schließlich ein anständiger Haushalt!“

6. We are Family!

Integriere Deine*n Partner*in in Deine Ursprungsfamilie. Machen wir uns nichts vor: Der Mensch an Deiner Seite braucht Deine Hilfe und wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher, als so normal zu sein, wie Du es bist. Der beste Weg Dein*e Partner*in zu „normalisieren“, ist, sie*ihn mindestens einmal pro Woche zum Kontakt mit einer ganz normalen Familie zu zwingen. Und welche ganz normale Familie bietet sich da an? Genau: Die, die Dich hervorgebracht hat. 

7. Sei Deine eigene Lobby!

Beweise allen, dass Du Recht hast! Argumente, Argumente, Argumente, das ist es, was Deine Familie will. Und vergiss nicht: Viel hilft viel!

8. Vermeide Konflikte um jeden Preis!

Übe Dich beispielsweise darin, blitzschnell das Thema zu wechseln, sobald es unangenehm wird. Schlage haken wie ein Feldhase – oder besser noch: Sei schwerer zu fassen als ein Aal! Wenn Du einen kritischen Kommentar abgeben musst (und das gehört nun einmal zu Deinen alltäglichen Pflichten), dann verpacke ihn am besten in einen ironischen Seitenhieb. Sei wie ein Stück moderne Lyrik und überlasse die Interpretation Deiner Worte den anderen

9. Regeln ersparen Euch den Austausch!

Stelle für alles Regeln auf und kontrolliere deren Einhaltung! Wenn Du Dich immer auf eine „ganz klare Absprache“ beziehen kannst, verhinderst Du, dass es im Konfliktfall allzu persönlich wird.

10. Sei die Rettung in der Not!

Sei ein*e Problemlöser*in – lass Dich nicht erst darum bitten! Beglücke Dein Umfeld mit guten Ratschlägen, befreie Dich von falscher Zurückhaltung! Mute den anderen nicht zu, Dich immer erst bitten und fragen zu müssen! Überspringe den Teil mit dem Zuhören und Einfühlen, denn Du weißt einfach am besten, was Deine Liebsten brauchen.

11. Smile!

Eure Familie ist kein Ort für negative Emotionen! „Smile though your heart is aching, smile even though it's breaking!“ Du hast das Gefühl, Dir wächst alles über den Kopf? Du fühlst Dich schwach und hilflos? Heul gefälligst leiser oder erzähl es Deinem Friseur, sobald der wieder öffnet! Und Deine Kinder? Die brauchen dabei natürlich noch Deine Unterstützung und regelmäßige Erinnerung: „Mach nicht so ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter! Rücken gerade und schau die Leute an, wenn sie mit Dir sprechen!“

12. Kein Frieden ohne Gerechtigkeit!

Deshalb nehmt Euch bei jedem Konflikt die Zeit, zu klären, wer Schuld hat.

13. Schenke Deinem Kind aufrichtiges Interesse!

Das heißt: Interessiere Dich dafür, wie Dein Kind sich fühlen sollte, was es (endlich) können sollte und was es (verdammt noch mal) einsehen muss. Apropos Einsicht, die ist natürlich auch von Dir gefordert! Verschaffe Dir Einsicht in alle Lebensbereiche Deines Kindes und lass nicht zu, dass es irgendwelche Geheimnisse vor Dir hat!

14. Lerne von den Besten!

Lass Dich von den Reichen und Schönen auf Instagram inspirieren und rege auch den Rest der Familie zum Träumen an: „Liebling, warum können wir nicht so sein wie …?“ Es kann jedenfalls nicht nur am Foto-Filter liegen, wenn in anderen Familien das Gras grüner ist und der Schnee weißer. Vergleiche fördern den Wettbewerbsgeist und die Leistungsbereitschaft. Social Media spornt an!

15. Strebe nach Wohlstand!

Der Materialismus ist besser als sein Ruf. Glaub nicht denen, die behaupten, das Glück läge in den kleinen Dingen. Wenn alle so denken würden, wäre das eine volkswirtschaftliche Katastrophe! Also: Zeig allen, wie lieb Du sie hast, indem Du alles dem Streben nach Wohlstand unterordnest. Deine Kinder sollen es schließlich einmal besser haben! Wenn der nächste Cluburlaub ansteht, das größere Haus oder das neue Auto, dann weiß die ganze Familie, dass sich die Entbehrungen gelohnt haben.

16. Bleibe sachlich!

Spart Euch jede Form von Sentimentalität: Wer sich wirklich liebt, braucht sich das nicht ständig zu sagen. Das sollte nach so vielen Jahren geklärt sein, oder? Du bewunderst eine bestimmte Eigenschaft an Deinem Partner*Deiner Partnerin? Denk daran: Komplimente verderben den Charakter und „Net gschimpft isch globt gnug!“

17. Nähe schafft Verbindung!

Weicht niemals voneinander! Verschenke großzügig das Beste, was Du hast: Deine Zeit. Du findest Angeln dämlich, aber Dein*e Partner*in liebt es? Beweise Deine Liebe, indem Du die Pobacken zusammenkneifst und trotzdem mitkommst. Deine dreijährige Tochter verbringt gerne Stunden damit, ihre Duplosteine nach Farben zu sortieren? Atme tief durch, setz Dich daneben und gib ihr Tipps, wie sie es noch geschickter anstellen kann.

18. Keine Experimente!

Die älteste Institution der Welt ist nicht etwa die katholische Kirche, sondern die Familie. Da sollten wir es mit der Modernisierung und mit individuellen Sonderwegen nicht überstürzen: Sei ein richtiger, ganz normaler Mann oder eine richtige, ganz normale Frau. Ernähre Dich normal, zieh Dich normal an, gehe normalen Hobbies nach und führe ein normales Sexual- und Familienleben! Sorge vor allem dafür, dass Deine Kinder ganz normal sind und ganz normale Familien gründen, so wie es Natur und Tradition vorgesehen haben.

19. Kenne Deine Rolle!

Erinnere Dein Kind täglich daran, dass es nur ein Kind ist! Es ist nicht auf der Welt, um Dich und Deinen Lebensstil zu hinterfragen, sondern um Deine nicht erfüllten Träume stellvertretend auszuleben und ein Ventil für Deine eigenen, unbearbeiteten Probleme zu sein! Sei auf der Hut, dass es nicht eines Tages auf eigene Ideen kommt, eigene Vorlieben entwickelt oder gar zunehmend unabhängig von Dir und Deiner Meinung wird.

20. Bleib so, wie Du bist!

Lies keine Fachbücher und keine Blogartikel, höre keinen Podcast und hol Dir niemals Hilfe – auch nicht von uns! Entweder Du bist das geborene Elternteil oder nicht. Im einen Fall brauchst Du keine Hilfe und weißt schon alles, im anderen Fall ist Dir sowieso nicht zu helfen!

Fazit

Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, sich selbst und der eigenen Familie das Leben schwer zu machen. Und die Liste ist keineswegs vollständig. Der Weg, der ins Verderben führt, ist leider breit – ein Highway zur Familienhölle sozusagen 👹

Die gute Nachricht: Es gibt auch sehr viele Möglichkeiten, die Dinge richtig zu machen. Oder besser gesagt: so, dass Du und Deine Familie sich damit wohlfühlen. Dazu gibt es mindestens so viele Wege, wie es Familien gibt. Und natürlich begleiten Jasmin und ich Dich dabei gerne.

Liebe Grüße!

Michael Zahedi

Danke fürs Teilen!

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